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Brandenburgs LBD aD Henry Merz ist tot

Tief betrübt, unendlich traurig und auch erschrocken musste ich gestern zur Kenntnis nehmen, dass Brandenburgs ehemaliger Landesbranddirektor Henry Merz gestorben ist. Er erlag einer langjährigen Krankheit.

Henry Merz war ein für mich beeindruckender Weggefährte. Seine kritische Begleitung hat mich inspiriert, gefordert. Der „alte Lehrer“ korrigierte auch mich in seiner unnachahmlichen Art, erkannte ich die Dinge falsch. Und das war zu Beginn meiner Arbeit an und mit den Feuerwehren oft.

Henry Merz war Lehrer. Die Einen mochten ihn, andere weniger, weil er schnell korrigierte. Er hatte sich sein Wissen im Moskauer Studium angeeignet, durchschritt eines der härtesten Feuerwehrschulen. Als zweiter Mann an der Brandenburgischer Landesschule wurde er nach Potsdam berufen. Im Wechselbad der Gefühle hatte er die Belange der Feuerwehren gegenüber jenen zu vertreten, die ganz andere Prioritäten im Aufgabenbereich setzten.

Merz war kritisch. So schnell nahm er niemals die Dinge anderer an. Doch er hörte zu, wertete, merkte an. Und wenn eine Sache für richtig erkannt wurde, war er mit dabei. Er erkannte auch die Schwierigkeiten unserer Feuerwehren auf der Autobahn. Im Sturm der Entrüstung zahlreicher politisch Zuständiger erhob er den Finger und erklärte. Er scheute sich dabei nicht, den Blick über die politischen Landesgrenzen auf andere zu richten, die auch etwas sagen konnten.

Wir diskutierten. Oft genug. Heftige Worte fielen, er stand zu seiner Funktion. Zu seiner Meinung. Doch er war nicht unbelehrbar, was man ihm oft und gerne nachsagte. So erlebte ich ihn bei einem Unfall auf dem Schönefelder Kreuz. Mitten drin. Beteiligt. In seiner Verzweiflung ließ er mich holen: „… der ist doch in der Nähe …“. Nach Ende des Einsatzes sagte er: … du hast ja Recht, so habe ich das noch nie erlebt …“. Gemeint waren die Abläufe von Verkehrsunfällen auf der Autobahn.

Henry Merz begleitete die „TaskForce BAB“. Er unterstützte und erfuhr den Zorn der Obrigen. Man wollte keine Veränderungen, Henry aber wollte das Beste für die Betroffenen. Er wurde zu stark, man setzte ihn um. Auch in seinem neuen Aufgabenbereich bewegte er sich mit besonderer Sicherheit. Das Osteuropäische war ihm übertragen. Die Dinge der Feuerwehr blieben wieder liegen, man widmete sich dem alten bequemen Weg.

Henry wurde krank. Therapie in Deutschland, dann im Ausland. Linderung, doch keine Besserung. Klimawechsel, er zog nach Bulgarien. Fernab von Deutschland ging es wieder bergauf. Wir telefonierten. Oft. Henrys Herz schlug für die Feuerwehren. In Brandenburg. Nach wie vor. Er war vom kritischen Landesbeauftragen zum Freund geworden. Ein guter Freund. Ein ehrlicher Freund.

Lieber Henry, nun bist du gegangen. Deine Familie wird dich vermissen. Wir vermissen dich. Du warst Wegweiser, Idealist, Motor. Du wusstest um so viele Dinge. Die der Feuerwehren. Du warst ein wunderbarer Mensch. Du bleibst ein wunderbarer Mensch.

Bild: aireye, Text: p.j.

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