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Neuregelung 2017 zur Rettungsgasse

Bei einem Unfall zählt jede Minute. Das wissen die Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst zu genau. Dazu hat jeder Fahrzeugführer eintsprechend bei Straßen mit zwei oder mehr Fahrspuren je Richtung außerorts und auf Autobahnen eine Rettungsgasse zu bilden. Diese Regelung gibt es in der StVO §11 Abs. 2 schon viele Jahre. Bisher hieß es immer, dass bei stockendem Verkehr oder Stau eine Rettungsgasse bei zweispurigen Fahrbahnen je Richtung in der Mitte und bei dreispurigen Fahrbahnen zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen zu bilden ist. Das wurde jetzt etwas weiter spezifiziert und ist damit auch auf alle mehrspurigen Richtungsfahrbahnen (zwei-, drei- oder vierspurig je Richtung) anwendbar und lässt sich als Faustformel auch einfacher einprägen.

Neu heisst es jetzt, dass die Rettungsgasse grundsätzlich bei Schrittgeschwindigkeit oder Stillstand zwischen der äussersten linken und der unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrspur zu bilden ist.

Wichtig ist, dass die Rettungsgasse nicht erst gebildet wird, wenn die Fahrzeuge bereits dicht auf dicht stehen. Dann ist viel weniger Platz zum „Platz machen“ verfügbar und die Rettungskräfte brauchen viel mehr Zeit, um am Unfallort anzukommen und dort Hilfe zu leisten. Der Standstreifen ist zum Befahren tabu. Zum Bilden der Rettungsgasse dürfen die Platz  machenden Autos bis zur Hälfte des Fahrzeuges hineinragen.

Oftmals wird von einigen Fahrzeugführern der Standstreifen / Pannenstreifen als beste Spur für die Rettungskräfte bezeichnet. Leider ist das in der Realität die schlechteste Spur von allen verfügbaren Spuren. Einerseits haben nicht alle mehrspurigen Fahrbahnen solche Standstreifen und andererseits sagt der Name „Standstreifen / Pannenstreifen“ bereits schon genau aus, wozu diese Spur da ist. Schon ein Pannenfahrzeug auf dem Pannenstreifen reicht aus, damit die Rettungskräfte nicht ankommen oder massiv behindert werden.

Von daher: Bitte bilden Sie eine Rettungsgasse, wie vorgesehen, damit die Rettungskräfte schneller vor Ort sind. Umso schneller sie ihre Aufgabe erledigen können, umso schneller wird sich der Stau auch wieder auflösen.

Übrigens: Das Befahren der Rettungsgasse ist privilegiert nur für Rettungsfahrzeuge erlaubt. Alle anderen Fahrzeugführer machen sich bei der Benutzung strafbar. Durch den Tatbestand des „rechts überholens“ drohen aktuell 1 Punkt in Flensburg und 100 EUR Bußgeld. Aber auch wenn keine Rettungsgasse gebildet wurde, obwohl die Voraussetzungen vorlagen (Schrittgeschwindigkeit, Stillstand auf mehrspurigen Fahrbahnen je Richtung und auf Autobahnen), oder wenn den Rettungskräften nicht sofort freie Bahn geschaffen wurde, obwohl Einsatzhorn und Blaulicht am Einsatzfahrzeug eingeschaltet waren können jeweils mit 20 EUR Bußgeld, wenn auch nur als Ordnungswidrigkeit, belegt werden. In Österreich gelten annähernd dieselben Regeln. Die Bußgelder sind hier aber mit 2180 EUR für das Missachten der Regelungen bezüglich der Rettungsgasse sehr hoch. Aber auch in Deutschland gibt es Bestrebungen, die Bußgelder drastisch zu erhöhen.

Eines ist aber klar – egal ob mit Bußgeld belegt oder nicht: Die Rettungsgasse rettet leben.

Mit der Rettungsgasse helfen Sie uns, Leben zu retten. Vielen Dank! Ihre Feuerwehr.

 

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